hallo zusammen! wie mein name schon sagt, bin ich aus wien. ich bin 24 jahre alt und studentin.
ich arbeite (ganz fern meines biotechnischen studienfachs als hobby) an der aufwändigen, ganz unprofessionellen "restaurierung" einer kleinen holzkiste, welche mit beeindruckenden geometrischen kerbschnitzarbeiten übersäht ist.
ich habe sie in einem schrecklichen zustand aber dafür billig erhalten. die länge beträgt etwa 30 cm. sie hatte mehrere sprünge, von denen ich mich frage wie diese bis zu einem halben zentimeter breiten risse entstehen konnten. es ist nichts herausgebrochen, das sah man an der schnitzerei, das holz hat sich zusammengezogen! aber. . . man macht doch keine aufwändige, sündteure kerbschnitzarbeit auf nicht hinreichend gelagertes holz . . . oder?! oder kann so etwas auch noch nach jahrzehnten durch die lagerungsbedingungen passieren?
das wäre meine erste frage! reine neugierde. die kiste ist sehr alt, aber ich vermag nicht zu sagen ob sie 40 jahre oder 110 jahre alt ist - etwas dazwischen.
ich will das teil unbedingt wieder "schön" sehen! ^^
ich hab den zerfetzten boden ausgerissen, nen neuen angeklebt (zweikomponenten-kunstharz-kleber, nicht leim - habe keine klemmen!) und angenagelt (sehr dünne nägel, und wegen des verzugs, noch während der kleber aushärtete - hat alles prima geklappt!), die ränder auf die ebene der wände abgeschliffen . . . mysteriöses altes möbelwachs aus den ritzen gepult. . . die schnitzerei nachgezogen. . .
ich habe die ritzen (oder sollte ich sagen: schluchten?!) mit kittmasse (diesem "kunstholz" ) ausgespachtelt und dann in nächtelanger arbeit mit dem skalpell die kerbschnitzerei nachgezogen. die kunstholzmasse ist aber ein paar töne zu hell, d.h. sie zeichnet sich deutlich neben dem holz ab. auf jeden fall soll die kiste jetzt dunkelbraun werden. ich möchte keinen völlig deckenden lack verwenden, es soll ruhig ein paar schattierungen geben!
naja, ich hab zu alledem schon eine "doku" verfasst, die bringe ich vielleicht nachher noch. . .
ich möchte die kiste jetzt dunkelbraun lasieren.
yep:
kerbschnitzerei + lasieren = problem???
hat das schon mal jemand gemacht?
ich habe mit der lasur schon tests gemacht. . . ich fürchte das ergebnis wird sehr unregelmäßig. ich würde eine kraftvolle tupftechnik mit einem großen weichen pinsel vorschlagen. dabei gäbe es eine per se fleckige fläche, aber insgesamt wäre der farbauftrag gleichmäßiger. . . bei jeder anderen technik bleibt farbe in den ritzen der schnitzerei stehen! danach dann vielleicht noch eine zweite schicht.
ich habe wegen der zu hellen kittmasse schon tests mit der lasur gemacht. sie würde sich recht deckend verhalten, und sonst kann man da wirklich nachmalen, das ist nicht so das problem.
zum lasieren noch irgendwelche vorschläge oder warnungen?
die kiste zu beizen, traue ich mich nicht, weil sie so zugesaut mit möbelwachsen, kerzenwachsflecken udgl. ist/war. ich habe zwar alle zugänglichen flächen mit schleifpapier sorgfältig behandelt, aber die schnitzerei muss davon natürlich ausgenommen werden. ich glaube, manche stellen würden die beize nur unzureichend aufnehmen. . .
wenn jemand das kommentieren mag, nur zu!
wie schwerwiegend wirken sich denn solche "fettigen" stellen (öle oder wachse in den holzporen) bei einer beize aus?
habt ihr schon mal irgendwas gebeizt und dann hattet ihr flecken, wenn ja warum (alle fälle bitte)?
würden auch grob angeschliffene flächen dunkler werden als fein angeschliffene flächen, gäbe es da gleich deutliche unterschiede?
weitere frage:
farbveränderung des holzes durch kontakt mit aceton?!
das holz ist uralt, und ziemlich weich (durch sorte oder auch alter), aber ok. es hat einen honigfarbenen, aschigen ton, außen natürlich dunkler als innen, wo es auch rötlicher ist. ich weiß leider nicht welches holz es ist. jahresringe sind kaum zu sehen und sehr flach, auf jeden fall kein kernholz.
in dem versuch, reste irgendeines alten wachses, holzwachses in manchen ritzen zu entfernen habe ich es unter anderem auch mit aceton betupft. nein, das wachs ließ sich davon nicht lösen (versuch macht kluch ), aber daraufhin hat sich die entsprechende fläche, erst im laufe eines tages, etwas dunkler verfärbt. das ist egal, es macht mich nur neugierig. der vergleich mit den anderen flächen ist eindeutig. das holz ist deutlich dunkler!
hat schon mal jemand diese erfahrung gemacht, das vielleicht sogar absichtlich gemacht?!
so, das sind viele fragen, ich hoffe, nicht zu niveaulose! nun gebt mal ein paar tipps ab! 
mit freundlichen grüßen!
die wienerin |